Was tun bei Depressionen?
Was Betroffene und Angehörige
wissen sollten
Obwohl Depressionen schon seit vielen Jahren zu einer Volkskrankheit geworden sind, werden sie noch immer tabuisiert, ignoriert und verurteilt. Es besteht ein riesiger Bedarf an guten und seriösen Informationen. Die Autorin und Expertin für Umwelterkrankungen, Sigrid Nesterenko, möchte Betroffenen einer Depression helfen, die Krankheit besser zu verstehen, Ursachen zu analysieren und durch wertvolles Hintergrundwissen dazu beitragen, die Depressionen wieder in den Griff zu bekommen.
»Als ich mitten in den Vorbereitungen für diese Website steckte, überrollte uns förmlich das Schicksal von Robert Enke. Plötzlich wachte die Nation auf und entdeckte eine Erkrankung, die vorher niemand wirklich zu kennen schien. Und mir wurde die Wichtigkeit, nachhaltigere Informationen für jeden Betroffenen verfügbar zu machen, noch mal deutlicher denn je vor Augen geführt. Besonders wenn man bis zum Ausbruch der Erkrankung ein lebensfroher und aktiver Mensch war und plötzlich quasi in den eigenen Körper eingesperrt wird, hält man diesen Zustand für fast unerträglich. Doch viele Menschen fragen sich zu recht:
Wie merke ich überhaupt, ob ich Depressionen habe?
Interessant ist, dass nach dem Klassifikationssystem ICD 10, das Ihr Arzt als Kennziffer für Depressionen verwendet, eine Depression durch folgende drei Hauptsymptome charakterisiert wird:
- eine depressive Stimmung
- der Verlust von Freude und Interesse
- eine erhöhte Ermüdbarkeit
Besonders schlimm ist, dass die betroffenen Personen die Fähigkeit, Freude oder Trauer zu empfinden, verlieren. Hiermit geht oft ein Verlust der so genannten affektiven Resonanz einher, das heißt, dass die betroffene Person auch nicht durch den Zuspruch anderer aufzubauen ist. Man fühlt sich als Angehöriger also nicht selten völlig ohnmächtig, obwohl man dem Betroffenen gerne Hilfe schenken würde. Der leblose Gesichtsausdruck und die dabei ins Leere starrenden Augen sind für Außenstehende alles andere als beruhigend.
Depressionen werden oftmals aber noch von weiteren Symptomen begleitet: Zu erwähnen wäre hier beispielsweise die typische Antriebshemmung, die oft mit einer Denkhemmung kombiniert ist, was jedoch keinesfalls etwas über die Intelligenz des Betroffenen aussagt. Depressive Personen sind von einer inneren Unruhe betroffen und haben nicht selten eine verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit. Sie leiden unter Schlafstörungen, Entscheidungsschwächen, Gefühlen der Wertlosigkeit und sie lassen sich von einer pessimistischen Zukunftsperspektive dominieren. Schließlich grübeln sie bis hin zu Wahnvorstellungen und drehen sich gedanklich häufig im Kreis. Dabei lässt ihr Gedankenkarussell besonders während nächtlicher Wachzustände keine anderen Gedanken zu. Für gesunde Menschen ist dieser Zustand eigentlich unvorstellbar und kaum nachzuvollziehen. Es ist Außenstehenden also keinesfalls das Recht gegeben, über Menschen mit Depressionen zu urteilen oder in irgendeiner Form abzustempeln, wie es jedoch leider immernoch sehr häufig vorkommt.
Aber auch bestimmte körperliche Symptome können Zeichen für eine Depression sein. Am häufigsten kommt es bekannterweise zu einer Störung der so genannten Vitalfunktionen. So kann der Körper mit Appetitlosigkeit und Gewichtsab- oder zunahme, Magen- und Darmstörungen und Herz- und Kreislaufbeschwerden reagieren. Nicht selten treten auch körperliche Schmerzen in den verschiedensten Körperteilen auf. Sehr verbreitet sind zusätzlich auftretende und als quälend empfundene Druckgefühle in der Brust. Auch eine Erhöhung der Infektionsanfälligkeit lässt sich beobachten. Häufig kommt es zu gesteigerter Reizbarkeit und Ängstlichkeit.
Die wahren Ursachen einer Depression
Depressionen können durch sehr unterschiedliche Faktoren ausgelöst werden. Dabei unterscheidet man hauptsächlich zwischen körperlichen und psychischen Auslösern. Zwar besteht auch eine genetische Veranlagung für die Entstehung von Depressionen, aber sie werden nicht durch einzelne Gene ausgelöst. Es gibt schließlich eine große Bandbreite an verschiedenen Depressionsformen, von denen einige wiederum gleichzeitig verschiedenen Gruppen zugeordnet werden können.
Bei Depressionen liegt eine Veränderung des Gehirnstoffwechsels vor, dem ein Defekt bei der Weiterleitung von Nervenimpulsen zugrunde liegt und zu den gravierenden Beschwerdebildern und Persönlichkeitsveränderungen führt.
Der fehlerhafte Gehirnstoffwechsel hängt mit einem zu niedrigen Spiegel der Neurotransmitter Noradrenalin und Serotonin zusammen. Diese Neurotransmitter sind für die Verständigung der Nervenzellen untereinander erforderlich, so dass die Informationen immer von einer Nervenzelle zur nächsten weitervermittelt werden müssen.
Ist diese Übertragung in unserem Nervensystem jedoch gestört, kann sich dies auf viele Bereiche unseres Lebens auswirken, egal, ob wir Angst oder Ärger haben, uns freuen, Lust auf etwas verspüren oder wandern möchten.
Eine Störung bei der Freisetzung oder Bildung dieser Botenstoffe wird heutzutage in engem Zusammenhang mit dem Auftreten von Depressionen gesehen. Allerdings ist man sich noch nicht einig, ob dieser Mangel der Depressionsauslöser ist oder als Folge anderer Krankheitsprozesse entsteht. Einige Fachleute gehen davon aus, dass Depressionen durch eine Kombination mehrerer Faktoren ausgelöst werden.
Wie fühlt sich ein depressiver Mensch?
Warum Fehleinschätzungen fatale Folgen haben können
Wer von Depressionen betroffen ist, läuft Gefahr, Folgeerkrankungen unterschiedlichster Ausprägung zu entwickeln. Wer Depressionen hat oder hatte, weiß, dass sich so ein Zustand kaum in Worte fassen lässt. Und auch die sorgfältigst gewählte Wortwahl und Begrifflichkeit kann nur annähernd wiedergeben, wie sich Depressionen tatsächlich anfühlen. Das Schlimmste an den Depressionen war für mich jedenfalls dieses ‚Eingesperrtsein im eigenen Körper’, das ‚Sich-innerlich-tot-fühlen’.
Auch der Begriff ‚lebendig begraben sein’ trifft das Ausmaß von Depressionen ziemlich deutlich.
Besonders wenn man bis zum Ausbruch der Erkrankung ein lebensfroher und aktiver Mensch war und plötzlich quasi in den eigenen Körper eingesperrt wird, hält man diesen Zustand für fast unerträglich. Eigentlich möchte man trotz der Depressionen am normalen Leben teilnehmen, aber es geht nicht. Denn der Körper spielt nicht mit. Man spürt, dass man nicht mehr der Mensch ist, der man bisher war. Alltägliche Dinge kommen einem zu banal vor, nichts interessiert mehr außer die Fragen:
"Was ist mit mir los und wie beende ich diesen unerträglichen Zustand?"
Um Betroffenen, aber auch Angehörigen bei vielen aufkommenden Fragen wertvolle Hilfestellung bieten zu können, möchten wir Ihnen zum Ende dieser Seite unseren neuen Ratgeber
"Depressionen erfolgreich behandeln" vorstellen. Dank der Zusammenarbeit mit tollen Ärzten und Therapeuten entstand dieser Ratgeber, der soeben als Taschenbuch im Rainer Bloch Verlag erschienen ist. Ebenso berichte ich über meine Zeit, in der mich selbst schwere Depressionen quälten und wie ich es schaffte, meine Depressionen erfolgreich zu bekämpfen. Mein Buch beleuchtet diese mysteriöse Erkrankung von allen Seiten, deckt bisher Unbekanntes auf und bietet Ihnen wichtiges Hintergrundwissen zum Thema. Lesen Sie im folgenden Abschnitt genauer, was Sie beim Lesen meines Buches erwartet. Ich grüße Sie herzlich und wünsche Ihnen schon einmal alles Gute und allzeit viel Gesundheit.
Ihre Sigrid Nesterenko«
Aus dem Inhaltsverzeichnis meines Buches "Depressionen erfolgreich behandeln"
- Vorwort
- Einleitung
- Allgemeine Einordnung von Depressionen
- Depressionen sind eine Erkrankung
- Auftreten und Verbreitung
- Prominente und Depressionen
- Symptome von Depressionen
- Wie fühlt sich ein depressiver Mensch?
- Diagnose
- Folgen von Depressionen
- Selbstmordgefährdet?
- Formen und Ursachen von Depressionen
- Behandlungsmöglichkeiten bei Depressionen
- So wurde ich meine Depressionen los
- Depressionen unter umweltmedizinischen Aspekten
- Candida – ein gefährlicher Begleiter
- Die Leber
- Leberreinigung nach Dr. Hulda Clark
- Vermeiden von Schadstoffen
- Wenn das Depriloch zuschlägt – Tipps für akute Phasen
- Tipps für nicht-akute Phasen
- Umgang der Mitmenschen mit Depressionen
- Irrtümer und Vorurteile
- Nach den Depressionen
- Zur Autorin
- Hinweise für den Leser, Bildnachweise
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Depressionen erfolgreich behandeln
Sigrid Nesterenko , 1. Auflage 2010
Taschenbuch, 158 Seiten
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